
Wer nach Pflegestudium Universität Deutschland sucht, steht meist vor einer sehr praktischen Frage: Lohnt sich der akademische Weg in die Pflege, was genau steht am Ende auf dem Zeugnis – und wie unterscheidet sich das Studium von der beruflichen Pflegeausbildung? Dieser Beitrag von MitPflege ordnet die Informationen, die sich aus offiziellen Quellen des Bundesgesundheitsministeriums und der Datenbank AusbildungPlus des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) belegen lassen. Dazu kommen klar gekennzeichnete Vorschläge, wie Sie Studiengänge für sich vergleichen und Gespräche mit Hochschulen und Praxispartnern vorbereiten können.
Wichtig vorab: Hochschulische Pflegeausbildung findet in Deutschland an unterschiedlichen Hochschultypen statt – an Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kirchlichen Hochschulen und dualen Hochschulen. Die unten beschriebenen Studiengangsbeispiele sind konkrete, einzeln belegte Einträge aus einer Datenbank und gelten nur für den jeweils genannten Standort und den jeweils dokumentierten Stand. Sie sind keine bundesweite Regel.
Inhaltsverzeichnis
- Was das Pflegestudium in Deutschland ist
- Abschluss: Berufszulassung plus Bachelor
- Berufsbild Pflegefachperson: Aufgaben laut BMG
- Drei belegte Studiengangsbeispiele im Vergleich
- Module und Lernziele: Was inhaltlich dahintersteckt
- Entscheidungshilfe: Fragen an Hochschule und Praxispartner
- Checkliste für die eigene Orientierung
- Häufige Fragen
- Fazit
Was das Pflegestudium in Deutschland ist
Das Pflegestudium in Deutschland ist kein Ersatz für die Pflegeausbildung, sondern eine Ergänzung. Laut Bundesgesundheitsministerium wurde ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung ein Pflegestudium eingeführt, das neue Karrieremöglichkeiten und Aufstiegschancen eröffnet und unmittelbar zur Pflege von Menschen aller Altersstufen auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik befähigt (BMG: Pflegefachperson). Entscheidend sind dabei zwei Formulierungen: „unmittelbar zur Pflege befähigen“ – das Studium führt also direkt in die pflegerische Versorgung – und „wissenschaftliche Grundlage und Methodik“ – die Herangehensweise an pflegerische Fragestellungen ist forschungsorientiert.
Für Sie als Studieninteressierte bedeutet das: Sie entscheiden nicht zwischen „Theorie“ und „Praxis“, sondern zwischen zwei Wegen in denselben Beruf, die unterschiedlich stark wissenschaftlich unterlegt sind. Wer sich parallel mit Zulassungsfragen beschäftigt, findet dazu Orientierung in unserem Beitrag zu Pflegestudium, NC und Zulassungsbeschränkung.
Abschluss: Berufszulassung plus Bachelor
Der zentrale Punkt für die Berufsplanung ist der Abschluss. Neben der beruflichen Pflegeausbildung kann man die Berufszulassung auch über ein Studium erwerben: Das duale Pflegestudium schließt mit einer staatlichen Berufszulassung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachperson und zusätzlich mit einem Bachelorabschluss ab, zum Beispiel Bachelor of Science (B. Sc.) oder Bachelor of Arts (B. A.). Das geht aus den Informationen des BIBB zur hochschulischen Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz hervor (BIBB-Flyer, 2025).
Dieser Doppelabschluss ist der sachliche Kern der Suche nach „Pflegestudium Universität Deutschland“: Sie verlassen die Hochschule nicht nur mit einem akademischen Grad, sondern mit der staatlich geregelten Berufszulassung, die zur Berufsausübung als Pflegefachperson berechtigt. Welche Tätigkeitsfelder sich daraus im Alltag ergeben, beschreibt unser Überblick zu Pflegefachfrau Jobs, Aufgaben und Settings.
Ob die Bezeichnung des akademischen Grads B. Sc. oder B. A. lautet, hängt vom jeweiligen Studiengang ab – beide Varianten sind in der BIBB-Information ausdrücklich als Beispiele genannt. Ein praktischer Vorschlag für Ihre Recherche: Notieren Sie sich bei jedem Studiengang, den Sie prüfen, getrennt voneinander (1) den akademischen Grad und (2) die Angabe zur Berufszulassung. Finden Sie beides in den Unterlagen der Hochschule nicht eindeutig, ist das eine gute konkrete Nachfrage für die Studienberatung.
Berufsbild Pflegefachperson: Aufgaben laut BMG
Das Studium führt in ein klar beschriebenes Berufsbild. Nach Darstellung des Bundesgesundheitsministeriums leisten Pflegefachpersonen einen unverzichtbaren Beitrag zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung. Sie übernehmen insbesondere selbstständig und umfassend die prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen. Dabei erheben sie den individuellen Pflegebedarf, organisieren, gestalten und steuern den Pflegeprozess und analysieren, evaluieren und sichern die Entwicklung der Qualität der Pflege (BMG).
Diese Aufgabenbeschreibung lohnt ein genaues Lesen, weil sie drei Ebenen enthält, die im Studien- und Berufsalltag unterschiedlich erlebt werden:
- Direkte Versorgung: prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen – also nicht auf eine Altersgruppe begrenzt.
- Steuerung: Pflegebedarf erheben, den Pflegeprozess organisieren, gestalten und steuern.
- Qualität: Qualität der Pflege analysieren, evaluieren und ihre Entwicklung sichern.
Die Settings reichen laut BMG von akut und dauerhaft stationären bis zu ambulanten Pflegesituationen. Wenn Sie sich fragen, welches Setting zu Ihnen passt, kann ein Blick in die Praxisrealität helfen – etwa über unsere Beiträge zu Pflegeheim Jobs und Einstieg oder zu Krankenpflege Stellenangeboten in Teilzeit. Ein Vorschlag zur Selbstklärung: Überlegen Sie vorab, ob Sie eher im Takt einer Akutstation, in der kontinuierlichen Begleitung in der Langzeitpflege oder in der eigenständigen Tourenarbeit eines ambulanten Dienstes arbeiten möchten – diese Vorstellung erleichtert später auch die Auswahl von Praxisphasen.
Drei belegte Studiengangsbeispiele im Vergleich
Wie unterschiedlich hochschulische Pflegeausbildung organisiert sein kann, zeigen drei Studiengänge, die in der BIBB-Datenbank AusbildungPlus dokumentiert sind. Die folgenden Angaben gelten jeweils nur für den genannten Standort und den dort dokumentierten Stand des Eintrags.
DHBW Stuttgart: primärqualifizierend in 3,5 Jahren
Der Studiengang Pflege an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart dauert 3,5 Jahre (7 Semester) und beginnt jeweils am 1. Oktober. Im regelmäßigen Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen lernen die Studierenden die Einsatzbereiche der Pflege kennen – von Kliniken über ambulante Pflegedienste bis hin zu stationären Langzeitpflegeeinrichtungen. Es handelt sich um ein Intensivstudium mit insgesamt 240 ECTS-Punkten. Die Studierenden erhalten über die gesamte Dauer ihres Studiums, sowohl in den Theorie- als auch in den Praxisphasen, ein monatliches Gehalt von den Dualen Partnern (BIBB AusbildungPlus, DHBW Stuttgart; der Studiengang besteht laut Eintrag seit 2024).
KSFH München: zwei Phasen über neun Semester
Anders aufgebaut ist der Eintrag zum dualen Pflegestudium an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, der seit 2009 besteht. Er beschreibt zwei Phasen: Phase 1 ist ausbildungsintegrierend und dauert 6 Semester (3 Jahre); sie endet gemäß den gesetzlichen Vorgaben mit dem Examen in der Altenpflege oder in der Gesundheits- und Krankenpflege, womit die Berufszulassung erfolgt. Phase 2 schließt unmittelbar an das Examen an, dauert vom 7. bis 9. Semester (1,5 Jahre) und endet mit dem akademischen Abschluss Bachelor of Science. Das gesamte Studium umfasst damit neun Semester beziehungsweise 4,5 Jahre (BIBB AusbildungPlus, KSFH München).
Beachten Sie den Datenstand dieses Eintrags: Die genannten Abschlüsse „Examen in der Altenpflege“ beziehungsweise „Gesundheits- und Krankenpflege“ entsprechen der Berufsbezeichnung vor der heutigen Pflegefachperson, die das BIBB für das duale Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz beschreibt. Der Münchner Eintrag ist deshalb vor allem als Beispiel für eine zweiphasige Studienarchitektur lesenswert – zum tagesaktuellen Angebot ist eine Nachfrage an der Hochschule der zuverlässigste Weg.
Klinische Pflege in Köln: vier Jahre
Für Köln dokumentiert die BIBB-Datenbank ein duales Studium der „Klinischen Pflege“, das vier Jahre dauert; der Eintrag besteht seit 2017 (BIBB AusbildungPlus, Köln). Die Studiengangsbezeichnung zeigt, dass sich hochschulische Pflegeangebote auch inhaltlich unterschiedlich zuschneiden lassen – ein Grund, bei der Recherche nicht nur nach dem Wort „Pflege“, sondern auch nach Varianten wie „Klinische Pflege“, „Pflegewissenschaft“ oder „Pflege dual“ zu suchen.
Belegte Eckdaten der genannten Studiengangsbeispiele (laut BIBB AusbildungPlus)| Standort | Dauer | Besonderheit laut Quelle |
|---|---|---|
| DHBW Stuttgart (Eintrag seit 2024) | 3,5 Jahre / 7 Semester, 240 ECTS | Start jeweils 1. Oktober; monatliches Gehalt von den Dualen Partnern über die gesamte Studiendauer |
| KSFH München (Eintrag seit 2009) | 9 Semester / 4,5 Jahre | Phase 1 endet mit Examen und Berufszulassung, Phase 2 mit dem B. Sc. |
| Köln (Eintrag seit 2017) | 4 Jahre | duales Studium der „Klinischen Pflege“ |
Die Gegenüberstellung macht deutlich: Studiendauer, Aufbau und die Frage, wann die Berufszulassung im Studienverlauf liegt, unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Genau diese Punkte sind deshalb sinnvolle Prüfkriterien, wenn Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen – und sie sind auch die Angaben, die sich in Datenbanken am schnellsten ändern können.
Module und Lernziele: Was inhaltlich dahintersteckt
Ein konkreter Blick in ein Curriculum hilft, sich den Studienalltag vorzustellen. Das primärqualifizierende Pflegestudium an der DHBW Stuttgart umfasst laut BIBB-Datenbank unter anderem Grundlagenmodule zu Pflegephänomenen wahrnehmen und intervenieren, medizinischen und pharmakologischen Grundlagen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen, personenzentrierter Gesprächsführung, Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Gesundheitsförderung und Prävention, pädiatrischer Pflege, Public Health, interprofessioneller Zusammenarbeit, Qualitäts- und Risikomanagement im Gesundheitssektor sowie heilkundlichen Tätigkeiten in Pflege- und Therapiesituationen (BIBB AusbildungPlus).
Diese Modulliste gilt für den Stuttgarter Studiengang und ist kein bundesweiter Standardkatalog. Sie zeigt aber exemplarisch die Spannweite: von unmittelbar pflegebezogenen Themen über medizinisch-pharmakologisches Wissen und Kommunikation bis zu Public Health, Qualitätsmanagement und heilkundlichen Tätigkeiten. Als Lesehilfe lassen sich die Module grob in drei Richtungen sortieren – fachlich-klinisch (etwa medizinische und pharmakologische Grundlagen, pädiatrische Pflege), beziehungsorientiert (personenzentrierte Gesprächsführung, rechtliche und ethische Rahmenbedingungen) und system- beziehungsweise steuerungsbezogen (Public Health, interprofessionelle Zusammenarbeit, Qualitäts- und Risikomanagement). Ein Vorschlag: Markieren Sie beim Lesen eines Modulplans, welche dieser drei Richtungen Sie am stärksten anzieht – das ist ein gutes Argument im Motivationsschreiben oder im Auswahlgespräch.
Die Münchner Studiengangsdarstellung beschreibt unter den Studieninhalten die angestrebten Lernziele: Die Absolventinnen und Absolventen lernen, in verantwortlicher Weise bedarfsgerechte Konzepte für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen vor Ort zu erarbeiten, Projekte zu aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsbereich durchzuführen und Problemlösungsprozesse zu steuern; das Studium befähigt zum wissenschaftlich fundierten und gleichermaßen ethisch reflektierten Arbeiten (BIBB AusbildungPlus, KSFH München). Konzeptentwicklung, Projektarbeit und Prozesssteuerung sind damit ausdrücklich Teil des beschriebenen Profils – inhaltlich passend zu der vom BMG genannten Steuerungs- und Qualitätsverantwortung von Pflegefachpersonen.
Entscheidungshilfe: Fragen an Hochschule und Praxispartner
Die folgenden Punkte sind redaktionelle Vorschläge von MitPflege – keine Vorgaben und keine Zusage über Ergebnisse. Sie sollen Ihnen helfen, die oben belegten Unterschiede für Ihre eigene Entscheidung nutzbar zu machen.
Fragen zum Aufbau: Ist der Studiengang primärqualifizierend wie im Stuttgarter Beispiel oder zweiphasig wie im Münchner Eintrag? Wann im Studienverlauf liegt die Berufszulassung, und wie viele Semester folgen danach noch bis zum Bachelor? Wie viele ECTS-Punkte umfasst das Studium insgesamt, und an welchem Datum beginnt es?
Fragen zu Praxisphasen: In welchen Einsatzbereichen findet die Praxis statt – Klinik, ambulanter Dienst, stationäre Langzeitpflege? Wie ist der Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen getaktet? Wer sind die Praxis- beziehungsweise Dualen Partner, und wie werden Studierende ihnen zugeordnet?
Fragen zur Finanzierung: Gibt es – wie im Stuttgarter Beispiel dokumentiert – eine monatliche Vergütung durch die Dualen Partner, und über welchen Zeitraum? Gilt sie auch in den Theoriephasen? Welche Unterlagen verlangt der Praxispartner für einen Vertrag?
Fragen zu Inhalten: Welche Module decken Gesundheitsförderung und Prävention, Public Health, interprofessionelle Zusammenarbeit oder heilkundliche Tätigkeiten ab? Wie viel Raum nehmen Pflegewissenschaft und ethische Reflexion ein? Gibt es Wahlmöglichkeiten, etwa in Richtung Pädiatrie oder Qualitätsmanagement?
Eine mögliche Formulierung für eine E-Mail an die Studienberatung: „Guten Tag, ich interessiere mich für Ihren Pflegestudiengang. Können Sie mir bitte mitteilen, mit welchem akademischen Grad das Studium abschließt, zu welchem Zeitpunkt im Studienverlauf die staatliche Berufszulassung erworben wird und in welchen Praxisfeldern die Praxisphasen stattfinden?“ Eine Variante für das Gespräch mit einem Praxispartner: „Welche Einsatzbereiche durchlaufen Studierende bei Ihnen, und wie werden sie in den Praxisphasen fachlich begleitet?“ Und falls Sie einen Datenbankeintrag als Ausgangspunkt nutzen: „Ich habe Ihren Studiengang in der BIBB-Datenbank AusbildungPlus gefunden – entsprechen die dort genannten Angaben zu Dauer und Abschluss noch Ihrem aktuellen Angebot?“
Checkliste für die eigene Orientierung
Diese Checkliste ist als Arbeitshilfe gedacht, nicht als Anforderungskatalog:
- Abschlussbezeichnung notiert (B. Sc. oder B. A.) und Berufszulassung getrennt dokumentiert?
- Studiendauer in Semestern beziehungsweise Jahren und – falls angegeben – ECTS-Umfang erfasst?
- Studienbeginn und Bewerbungsweg beim jeweiligen Anbieter geklärt?
- Aufbau verstanden: primärqualifizierend oder in zwei Phasen mit Examen und anschließendem Bachelorteil?
- Datenstand geprüft: Stammt eine Information aus einem älteren Datenbankeintrag und wurde sie bei der Hochschule bestätigt?
- Praxisfelder abgeglichen mit dem Setting, in dem Sie später arbeiten möchten – akut- oder dauerhaft stationär, ambulant?
- Modulübersicht gelesen und markiert, welche Themen Sie besonders interessieren?
- Vergütungsregelung der Praxis- beziehungsweise Dualen Partner erfragt?
- Gesprächsnotizen je Hochschule in einer eigenen Tabelle gesammelt, um die Angebote nebeneinander zu vergleichen?
Wenn Sie parallel zum Studienvergleich ein Gefühl für den Arbeitsmarkt bekommen möchten, lohnt sich ein Blick in reale Tätigkeitsprofile – etwa über unsere Beiträge zu Krankenpflege Jobs in München, Pflegeheim Jobs in Hannover oder Altenpflege Stellenangeboten in Teilzeit. Wer zunächst praktisch einsteigen möchte, findet Hinweise im Artikel zu Pflegehelfer Jobs in Vollzeit.
Häufige Fragen
Was unterscheidet das Pflegestudium von der beruflichen Pflegeausbildung?
Das Pflegestudium wurde laut Bundesgesundheitsministerium ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung eingeführt. Es eröffnet neue Karrieremöglichkeiten sowie Aufstiegschancen und befähigt unmittelbar zur Pflege von Menschen aller Altersstufen auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik.
Mit welchem Abschluss endet ein duales Pflegestudium?
Das duale Pflegestudium schließt laut BIBB mit einer staatlichen Berufszulassung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachperson und einem Bachelorabschluss ab, zum Beispiel B. Sc. oder B. A.
Wie lange dauert ein Pflegestudium?
Das hängt vom Studiengang ab. Für die DHBW Stuttgart ist eine Dauer von 3,5 Jahren (7 Semester) mit 240 ECTS-Punkten dokumentiert, für ein duales Studium der „Klinischen Pflege“ in Köln eine Dauer von vier Jahren. Der seit 2009 bestehende Eintrag zur KSFH München beschreibt neun Semester beziehungsweise 4,5 Jahre in zwei Phasen; dort lohnt wegen des älteren Datenstands eine Nachfrage an der Hochschule.
Werden Studierende während des Pflegestudiums bezahlt?
Für die DHBW Stuttgart ist dokumentiert, dass Studierende über die gesamte Studiendauer – in Theorie- wie in Praxisphasen – ein monatliches Gehalt von den Dualen Partnern erhalten. Diese Angabe bezieht sich auf diesen Studiengang; Regelungen anderer Anbieter erfragen Sie am besten direkt dort.
In welchen Einsatzbereichen arbeiten Pflegefachpersonen?
Laut BMG übernehmen Pflegefachpersonen die prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen. Im Stuttgarter Studiengang lernen Studierende Einsatzbereiche von Kliniken über ambulante Pflegedienste bis zu stationären Langzeitpflegeeinrichtungen kennen.
Welche Themen kommen im Studium vor?
Das Stuttgarter Curriculum nennt unter anderem Pflegephänomene wahrnehmen und intervenieren, medizinische und pharmakologische Grundlagen, rechtliche und ethische Rahmenbedingungen, personenzentrierte Gesprächsführung, Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Gesundheitsförderung und Prävention, pädiatrische Pflege, Public Health, interprofessionelle Zusammenarbeit, Qualitäts- und Risikomanagement sowie heilkundliche Tätigkeiten.
Worauf sollte ich bei Angaben aus Studiengangsdatenbanken achten?
Ein Vorschlag: Prüfen Sie, auf welchen Stand sich ein Eintrag bezieht. Der Münchner Eintrag besteht etwa seit 2009 und nennt das Examen in der Altenpflege oder in der Gesundheits- und Krankenpflege, während das BIBB für das duale Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz die Berufszulassung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachperson beschreibt. Eine kurze Rückfrage bei der Hochschule klärt, was aktuell gilt.
Fazit
Ein Pflegestudium an Universität oder Hochschule in Deutschland ist ein eigenständiger Weg in die Pflegefachberufe: Es wurde ergänzend zur beruflichen Ausbildung eingeführt, befähigt unmittelbar zur Pflege von Menschen aller Altersstufen auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik und schließt im dualen Format mit staatlicher Berufszulassung und Bachelorabschluss ab. Wie dieser Weg konkret aussieht, unterscheidet sich je Standort – dokumentiert sind zum Beispiel 3,5 Jahre mit 240 ECTS in Stuttgart, vier Jahre für ein Studium der „Klinischen Pflege“ in Köln und neun Semester in zwei Phasen im älteren Münchner Eintrag.
Für Ihre Entscheidung heißt das: Vergleichen Sie die Studiengänge anhand von Aufbau, Zeitpunkt der Berufszulassung, Praxisfeldern, Modulen und Vergütungsregelung – und holen Sie fehlende oder möglicherweise veraltete Angaben direkt bei Hochschule und Praxispartnern ein. Wer sich daneben mit dem Arbeitsmarkt in Pflege und Betreuung beschäftigen möchte: Passende Stellen entdecken: Aktuelle Stellenangebote. Einrichtungen, die Nachwuchs und Fachkräfte gewinnen wollen, können über Recruiting-Unterstützung anfragen; Anregungen zur Bindung bestehender Teams bietet unser Beitrag zu Maßnahmen zur Bindung von Pflegekräften sowie der Leitfaden zum Thema Intensivpflege-Fachkräfte gewinnen.

