Gehalt und Tarif

Gehalt in der Pflege: TVöD-P-Tabelle, Eingruppierung und Zulagen 2026

Gehaltscheck

Wo stehst du mit deinem Gehalt?

2.200 €5.050 €7.900 €
Unteres Viertel bis4.111 €
Median4.587 €
Oberes Viertel ab5.116 €

Du liegst in der mittleren Hälfte der Pflegefachkräfte, 37 € unter dem Median.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025): mittlere Hälfte der Bruttomonatsgehälter in Vollzeit je Pflegeberuf, bundesweit; Tabelle unten nach TVöD-P (VKA). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30

BerufUnteres ViertelMedianOberes ViertelStellen
Pflegefachkraft4.111 €4.587 €5.116 €57
Altenpflege3.983 €4.438 €4.886 €150
Pflegehilfe2.989 €3.335 €3.731 €198
Pflegedienstleitung5.092 €5.845 €6.567 €16
Wohnbereichsleitung4.822 €5.536 €6.484 €2
Heilerziehungspflege3.851 €4.348 €4.914 €0
Heimleitung5.092 €5.845 €6.567 €10

Tarif ist in der Pflege die Regel

Die Pflege gehört zu den Bereichen mit der höchsten Tarifbindung in Deutschland. Kommunale Einrichtungen und Kliniken zahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mit der Pflegetabelle TVöD-P, kirchliche Träger nach den Arbeitsvertragsrichtlinien von Caritas und Diakonie, viele private Träger orientieren sich am TVöD oder zahlen nach dem Pflegemindestlohn plus Zulagen. Seit der Tariftreueregelung müssen alle Pflegeeinrichtungen mindestens in Tarifhöhe bezahlen, sonst verlieren sie die Zulassung.

Die Tabelle unten stammt aus der Pflegetabelle der kommunalen Arbeitgeber mit Tarifstand 2024 bis 2026 und zeigt Bruttomonatsgehälter in Vollzeit mit 38,5 Stunden. Zulagen und Zuschläge kommen dazu. Der Gehaltscheck rechnet jede Entgeltgruppe und Stufe in Netto um.

Die Entgeltgruppen P5 bis P16

Die Pflegetabelle beginnt bei P5 für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer ohne Ausbildung mit 2.770 bis 3.305 Euro und reicht bis P16 für Leitungen großer Einrichtungen mit 4.750 bis 5.500 Euro. Pflegehilfskräfte mit einjähriger Ausbildung sind in P7 eingruppiert, das sind 2.962 bis 3.617 Euro. Die examinierte Pflegefachkraft startet in P8 mit 3.305 bis 4.014 Euro; mit besonders schwierigen Tätigkeiten, etwa in der Gerontopsychiatrie oder Palliativpflege, geht es in P9 mit 3.471 bis 4.253 Euro.

Fachweiterbildungen führen in P9 und P10: Intensivpflege. Anästhesie. OP oder Praxisanleitung bringen 3.617 bis 4.397 Euro. Wohnbereichsleitungen liegen je nach Größe in P11 oder P12 mit bis zu 4.750 Euro. Pflegedienstleitungen in P13 bis P15. also 4.099 bis 5.394 Euro. Entscheidend ist die tatsächlich übertragene Tätigkeit. nicht der Titel im Arbeitsvertrag.

Stufen: So wächst das Gehalt mit den Jahren

Jede Entgeltgruppe hat sechs Stufen. Stufe 1 gilt im ersten Jahr, Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach drei, Stufe 4 nach sechs, Stufe 5 nach zehn und Stufe 6 nach fünfzehn Jahren in derselben Gruppe. Berufserfahrung aus anderen Einrichtungen wird beim Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes in der Regel anerkannt; beim Wechsel von einem privaten Träger ist die Stufenzuordnung Verhandlungssache und ein wichtiger Punkt im Bewerbungsgespräch.

Der Unterschied ist erheblich: In P8 trennt Stufe 1 mit 3.305 Euro und Stufe 6 mit 4.014 Euro mehr als 700 Euro im Monat. Wer beim Arbeitgeberwechsel in Stufe 1 zurückfällt. verliert über Jahre Geld. Lass dir die Stufenzuordnung deshalb schriftlich bestätigen. bevor du unterschreibst.

Zulagen und Zuschläge in der Pflege

Die Tabelle ist nur der Grundbetrag. Alle Beschäftigten der Pflegetabelle erhalten eine Pflegezulage von rund 120 bis 150 Euro im Monat. Wer im Wechselschichtdienst arbeitet, bekommt die Wechselschichtzulage von 105 Euro, bei Schichtarbeit ohne Nachtanteil 40 Euro. Dazu kommen Zeitzuschläge: 20 Prozent für Nachtarbeit, 25 Prozent an Sonntagen, bis zu 135 Prozent an Feiertagen, 35 Prozent an Heiligabend und Silvester. Intensiv- und Anästhesiepflege sowie Praxisanleitung haben eigene Zulagen.

Hinzu kommen die Jahressonderzahlung im November, die in der Pflegetabelle bei rund 85 Prozent eines Monatsgehalts liegt, 30 Tage Urlaub, bei Wechselschicht Zusatzurlaub, sowie die betriebliche Altersversorgung über die Zusatzversorgungskasse. Rechnet man alles zusammen, verdient eine Pflegefachkraft in Vollzeit mit Wechselschicht leicht 500 bis 800 Euro mehr als die Tabelle zeigt.

AVR Caritas und Diakonie, private Träger, Zeitarbeit

Die kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien liegen auf TVöD-Niveau oder leicht darüber und kennen eigene Pflegezulagen und Jahressonderzahlungen. Private Träger zahlen seit der Tariftreueregelung mindestens das regionale Tarifniveau, oft mit Prämien für Einspringen und Wochenenddienste, aber seltener mit Zusatzversorgung. Zeitarbeit in der Pflege lockt mit hohen Stundenlöhnen und Wunschdienstplan, bietet aber weniger Bindung an ein Team und keine tarifliche Stufenentwicklung.

Regional gibt es Unterschiede: Ballungsräume in Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg zahlen übertariflich oder mit Großstadtzulage, ostdeutsche Flächenländer liegen am Tarif. Die Stellenanzeigen auf MitPflege nennen zunehmend konkrete Gehaltsangaben; die Stadtseiten zeigen, wo gerade besonders viele Träger suchen.

Ausbildung und Studium: Vergütung von Anfang an

Die generalistische Pflegeausbildung wird nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst vergütet: rund 1.340 Euro im ersten, 1.400 Euro im zweiten und 1.500 Euro im dritten Ausbildungsjahr, dazu Schichtzulagen und eine Abschlussprämie bei bestandener Prüfung. Die einjährige Helferausbildung wird in den meisten Bundesländern ebenfalls vergütet. Wer berufsbegleitend Pflege studiert, wird seit 2024 während des Studiums bezahlt und steigt danach mit Bachelor in P8 oder höher ein; Pflegemanagement und Pflegepädagogik führen in Leitungs- und Schulfunktionen nach P13 bis P16 oder in die Entgeltgruppen des allgemeinen TVöD.

Teilzeit, Minijob und Rückkehr in den Beruf

Mehr als die Hälfte der Pflegekräfte arbeitet in Teilzeit. Die Tabelle gilt anteilig: Bei 30 Stunden statt 38,5 bekommst du 78 Prozent des Tabellenwerts, Zulagen und Zuschläge ebenfalls anteilig, die Pflegezulage in voller Höhe nach Stundenanteil. Wichtig für Rückkehrerinnen und Rückkehrer: Die Stufenlaufzeit ruht bei längerer Elternzeit, bleibt aber erhalten, und eine Rückkehr mit reduzierter Stundenzahl kostet keine Stufe. Viele Träger bieten Wiedereinstiegsprogramme mit Einarbeitung, festem Dienstplan und Kinderbetreuung an. Die Stellenanzeigen auf MitPflege lassen sich nach Arbeitszeit filtern, sodass du Teilzeit- und Vollzeitstellen gezielt vergleichen kannst.

So nutzt du die Tabelle im Bewerbungsgespräch

Kläre drei Punkte: die Entgeltgruppe nach der tatsächlichen Tätigkeit, die Stufe nach deiner Berufserfahrung und die Zulagen für Schicht und Fachweiterbildung. Frag nach Zusatzversorgung, Fortbildungstagen und Dienstplansicherheit. Wer eine Fachweiterbildung plant, sollte die Freistellung und Kostenübernahme gleich mitverhandeln. Der Gehaltscheck zeigt dir vorab, was netto übrig bleibt.

Häufige Fragen

In welche Entgeltgruppe kommt eine Pflegefachkraft nach TVöD-P?

In P8 mit 3.305 bis 4.014 Euro brutto. Mit besonders schwierigen Tätigkeiten P9, mit Fachweiterbildung P10, als Wohnbereichsleitung P11 oder P12.

Wie hoch ist die Pflegezulage im TVöD-P?

Rund 120 bis 150 Euro im Monat für alle Beschäftigten der Pflegetabelle, zusätzlich Wechselschichtzulage von 105 Euro oder Schichtzulage von 40 Euro.

Was verdient eine Pflegedienstleitung im Pflegeheim?

Nach TVöD-P in P13 bis P15. also 4.099 bis 5.394 Euro brutto im Monat. in großen Einrichtungen P16 bis 5.500 Euro.

Werden Berufsjahre bei einem Wechsel in der Pflege anerkannt?

Innerhalb des öffentlichen Dienstes in der Regel ja. Beim Wechsel von einem privaten Träger ist die Stufenzuordnung Verhandlungssache; lass sie dir vor der Unterschrift schriftlich bestätigen.

Zahlt die Zeitarbeit in der Pflege wirklich mehr?

Der Stundenlohn ist oft höher und der Dienstplan planbarer, dafür fehlen Stufenentwicklung, Zusatzversorgung und Teambindung. Auf Dauer liegt die Festanstellung nach Tarif mit Zulagen meist gleichauf oder vorn.

Wie viel Netto bleiben von 3.800 Euro brutto in der Pflege?

In Steuerklasse I rund 2.500 Euro, abhängig von Kirchensteuer und Krankenkasse. Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag sind bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei und erhöhen das Netto zusätzlich.

Gibt es im TVöD-P eine Jahressonderzahlung?

Ja, im November, in der Pflegetabelle rund 85 Prozent eines Monatsgehalts, je nach Entgeltgruppe. Dazu 30 Tage Urlaub und bei Wechselschicht Zusatzurlaub.

Rechner

Vom Brutto zum Netto

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025): mittlere Hälfte der Bruttomonatsgehälter in Vollzeit je Pflegeberuf, bundesweit; Tabelle unten nach TVöD-P (VKA). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30

Ihre Angaben

z.B. Pflegehelfer:in, Pflegeassistenz, Hilfskraft Wohnbereich

Brutto / Monat

3.038 €

Stufe 1 · 36.456 €/Jahr

Netto / Monat (ca.)

1.890 €

Steuerklasse 1

Lohnsteuer (Stkl. 1)−439 €
Rentenversicherung−283 €
Arbeitslosenversicherung−39 €
Krankenversicherung−260 €
Pflegeversicherung−128 €
Abzüge gesamt−1.148 €

Schätzung nach Tarif-Tabelle + vereinfachter Lohnsteuer 2026. Brutto exakt (bzw. Bandmittelwert), Netto typ. ±2–5 %. Zuschläge (Bereitschaft, Schicht, Nacht) und Zulagen sind nicht enthalten.

Datengrundlage: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025): mittlere Hälfte der Bruttomonatsgehälter in Vollzeit je Pflegeberuf, bundesweit; Tabelle unten nach TVöD-P (VKA). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30. Gepflegt von Mission Personal GmbH.